Volker List stellt seinen ersten Roman „Zwillingsblut“ in der Mediothek in Rechtenbach vor.

Volker List präsentiert „Zwillingsblut“, einen Roman, der die Legende der Heiligen Elisabeth von Thüringen ironisch neu interpretiert und auf heutige Gesellschaftsfragen blickt.

Hüttenberg-Rechtenbach. Am Dienstag, 1. September, um 18 Uhr stellt Volker List seinen ersten Roman „Zwillingsblut“ in der Mediothek in Hüttenberg-Rechtenbach, Weidenhäuser Straße 43, vor.

List hat sich für seinen Roman unter anderem von der Legende der Heiligen Elisabeth von Thüringen inspirieren lassen. Eine Geschichte, die seit Jahrhunderten überliefert wird, voller Wunder, Opfer, Grausamkeit und Verbrechen. Auch in der neuesten Broschüre der Gemeinde Hüttenberg wird auf diesen lokalen Bezug verwiesen. Aber Volker List erzählt die Legende nicht einfach nach. Er betrachtet die Überlieferungen mit ironischer Distanz und verarbeitet sie in satirischer Fiktionalität.

Figuren zeigen reale Archetypen der Welt

Dabei offenbaren seine literarischen Figuren ihre unterschiedlichen Blicke auf die Wirklichkeit. Wer in ihnen bekannte Personen zu erkennen glaubt, der erkennt in Wirklichkeit lediglich bestimmte Typen, von denen es viele in allen Schattierungen in der Welt gibt. Es sind Archetypen, die List auf eine Weise karikiert, dass man den einen oder die andere Bekannte glaubt, darin wiederzuerkennen.

Überraschend und beunruhigend zugleich ist der Blick, den der Roman auf die Gegenwart wirft. Denn die alten Geschichten von Gehorsam, religiöser Vereinnahmung und moralischem Druck wirken erschreckend modern. List zeigt, wie Mythen benutzt werden können, um Menschen zu kontrollieren – damals wie heute. Der Roman stellt damit indirekt Fragen nach dem Umgang mit Macht, nach Verantwortung und nach dem Mut zum Widerspruch. 

„Zwillingsblut“ fragt, was wir aus überlieferten Geschichten lernen können – und was passiert, wenn Gesellschaften aufhören, diese Geschichten kritisch zu hinterfragen. Volker List ist für diese Perspektive besonders prädestiniert. Als Mitbegründer des Schulfachs „Darstellendes Spiel/Theater“, langjähriger Theaterpädagoge und Autor zahlreicher Fachbücher beschäftigt er sich seit Jahrzehnten mit Macht, Rollenbildern und gesellschaftlichen Strukturen. Theater und Schreiben versteht er als Räume, in denen Denken und Widerspruch möglich werden. 

Gezeigt werden auch Acrylbilder, die Volker List während des vierjährigen Schreibprozesses malte. Das Hörbuch seines Romans stellt der Autor kostenlos online zur Verfügung auf https://volkerlist.de/zwillingsblut-hoerbuch.

Redaktion

Quelle: https://www.mittelhessen.de/lokales/lahn-dill-kreis/huettenberg/lesung-mit-erstlingswerk-eines-huettenberger-autors-6002526

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