Vertuschtes der Woche 48/20

Die Ideologie „Glaube“ wird von Unterdrückern weltweit genutzt, um ratsuchende, unsichere Menschen und ihre berechtigte Suche nach Sinn zu verführen und zu missbrauchen. Es ist ihnen jedes Mittel recht, um ihre Macht- und Herrschsucht zu befriedigen. Die wenigen, die die Phrase von „Liebe deinen Nächsten“ Ernst nehmen und die Forderung „Macht euch die Erde untertan“ nicht als Aufruf zur gnadenlosen Ausbeutung von Mensch und Natur missverstehen, sondern als Gebot, die Erde zu hegen und zu pflegen, muss man mit allem Respekt begegnen, sie aber fragen, warum sie das zumeist innerhalb eines Missbrauchssystems tun, obwohl sie doch wissen, dass sie damit mithelfen, solche unmenschlichen Systeme zu stabilisieren.
Gedankensprung: Eine EU, die sich z.B. von Unrechts-Staaten-Lenkern wie in Polen und in Ungarn, die sie mit Milliarden Euro finanzieren, blockieren und beschimpfen lässt, weil sie Rechtsstaatlichkeit zurecht einfordert – es ist das gemeinsame Fundament der EU – sollten ihren Geburtsfehler der Veto-Abstimmung als Fehler anerkennen und handeln.
Alle Staaten, die sich einem unabhängigen Rechtssystem verpflichtet fühlen, sollen sich treffen, sofort bedingungslos aus der EU austreten und eine neue EU gründen, in die nur eintreten darf, wenn es per Mehrheitsbeschluss akzeptiert wird (alte demokratische Regel!). So kann sich Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit gegen Mini-Diktatoren und Möchtegern-Despoten auf demokratischem Weg wehren.
Sprung zurück: Alle Gläubigen, die es mit ihrem Glauben der Nächstenliebe und des Respekts vor der Natur wirklich ernst meinen und das durch ihre Taten belegen, sollten aus Missbrauchssystemen austreten, sich in neuen Gemeinschaften zusammenschließen und gegenseitig unterstützen; in Gemeinschaften, die transparent und demokratisch organisiert sind, wo Verstand, Vernunft und wirkliche Menschenliebe eine Symbiose eingehen auf der Basis von Informationen und Wissen, nicht von Ausgedachtem und Fiktion.

Hintergrund
– Zoch, Annette 2020. Kirche im Dunkeln. Missbrauch. Besonders dunkel sieht es im Erzbistum Köln aus. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 291 vom 16.12.2020, Seite 4
– Löbbert, Raqul 2020. Elf Bischöfe . Eine Frage. Pfarrer A. missbrauchte Kinder, der Staat verurteilte ihn zweimal. Aber die Kirche ließ in seiner Vertrauensposition – und das über Jahrzehnte. Wer hat das zugelassen? Christ&Welt hat den Fall rekonstruiert. In: DIE ZEIT Nr. 48 vom 19.11.2020, Seite 84-85
– Lobbert, Raqul/ Löwisch, Georg 2020. „Wir müssen in den Abgrund schauen“. Als Franz-Josef Overbeck Bischof von Essen wurde, war der als Missbrauchstäter zweimal verurteilte Pfarrer A. schon da. Doch Overbeck schaute nicht in die Akten, sondern weg. Jetzt tut er, was noch kein Bischof vor ihm tat: Er gesteht persönliche Schuld ein. DIE ZEIT Nr. 48 vom 19.11.2020, Seite 86
– Wolf, Hubert 2020. Wer die Kirchenkrise heute meistern will, sollte diesen Papst kennen: Pius IX., den Unfehlbaren. DIE ZEIT Nr. 48 vom 19.11.2020, Seite 60
– Richter, Hedwig 2020. Welche religiöse Frage ist besser als jene nach der Existenz Gottes. Der akademische Rat. DIE ZEIT Nr. 48 vom 19.11.2020, Seite 36
– Otto, Jeanette 2020. „Wir können nicht allein leben, ohne Schaden zu nehmen.“ DIE ZEIT Nr. 48 vom 19.11.2020, Seite 40