Wer war der erste Mensch?
Wie lange werde ich  leben?
Was passiert nach dem Tod? …

Der Vater hatte seit Wochen den bohrenden Fragen
seiner viereinhalbjährigen Tochter zugehört.
Jeden Abend, wenn er sie ins Bett gebracht hatte.
Er hatte versucht, alle Fragen, so gut er konnte,
zu beantworten. 
Der aufgeklärte Vater wusste, dass man Kinderfragen
immer ernst nehmen und beantworten muss.
Eine, zwei unbeantwortete Fragen bargen die Gefahr in sich,
dass das Kind nicht mehr fragen würde.
Aber die Tochter konnte immer schlechter einschlafen.
Weil jede Antwort neue Fragen aufwarf.
Jetzt beantwortet er keine Fragen mehr,
abends, vor dem Einschlafen.
Aus der Ratlosigkeit half ihm die Nähe zu seiner Tochter.
Er krabbelt ihr nun eine Weile, so lange die Spieluhr läuft,
mit der einen Hand sanft den Rücken,
genau zwischen den beiden Schulterblättern,
sie hält solange zärtlich den Daumen seiner anderen Hand fest.
Jetzt schläft sie abends sehr entspannt ein.
Sie hat nicht aufgehört zu fragen.
Tagsüber.