Theatermethoden in gesellschaftskundlichen Fächern

Dekonstruiert  rekonstruiert
oder
Zerhackt – zusammengesetzt
Gesetzestexte erschließen mit Techniken und Methoden des postdramatischen Theaters bzw. mit performativen Formen.

Auf dem Boden sind in einem markierten Viereck einzelne Zettel mit den ersten fünf Artikeln des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland verteilt. Die Teilnehmer werden aufgefordert durch den (Gesetzes-)Raum zu gehen und die Zettel zu betrachten und zu lesen. Dazu erklingt Musik. Sobald die Musik stoppt, heben alle Teilnehmer einen Zettel auf und lesen den Text still für sich. Eine Person liest laut ihren Text vor. Mehrmalige Wiederholung, sodass am Ende nahezu alle Textschnipsel vorgelesen sind und alle den gesamten Text einmal gehört haben.

Anschließend sortiert die Gruppe die Textabschnitte an einer Pinnwand in die richtige Reihenfolge. Der Text wird danach in der richtigen Reihenfolge von den Teilnehmern laut vorgelesen, indem sie sich in einer Linie aufstellen.

Diese Technik lässt sich mit vielen verschiedenen Texten durchführen und führt bei den Gruppenmitgliedern zu intensivem Austausch und Durchdringung der Texte mit hoher Intensität wie das bei isoliertem (stillen) Lesen selten der Fall ist.

In der (geschützten) Gruppe ist es leichter für die Schüler, sich untereinander Verständnisfragen zu stellen und sich gegenseitig zu helfen, den Sinnkontext und die Zusammenhänge zu erschließen und zu begreifen. Die Präsentation in der Gruppe wiederholt (lernt) die Inhalte in der richtigen Reihenfolge. Darüber hinaus ist diese chorische Präsentation eine weitere Anregung zur Identifikation mit den erarbeiteten Inhalten, in diesem Fall dem Grundgesetz, der rechtlichen Grundlage unseres Zusammenlebens und möglicherweise eine Hilfestellung bei der Auseinandersetzung mit anderen Formen des Zusammenlebens.

Diese Anregung und eine ganze Reihe anderer Impulse konnten die Teilnehmer des Workshops 3 Alles Theater! während des 3. Fachforums der Curriculums-Werkstatt der KulturSchulen Hessens des Projektbüros Kulturelle Bildung des HKM vom 30.10. – 01.11.2013 in Weilburg auf ihre Tauglichkeit prüfen.

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