Sieben Merkmale des Theaterlehrers

Was muss ich tun, um ein guter Theaterlehrer zu werden? 
Diese Frage treibt mich um, seit ich Theater unterrichte, anfangs in einer AG, später im Unterrichtsfach Darstellendes Spiel/ Theater.
Dabei bin ich immer wieder auf bestimmte Themen gestoßen, zu denen ich im Laufe der Jahre eine Haltung entwickelt habe, die ich in dem Artikel „Die sieben Merkmale des Theaterlehrers“, in: Spiel & Theater, Heft 189, Weinheim April 2012, kurz anreiße.

Hier in Kürze:

1. Ich mache nur noch Eigenproduktionen statt Stück-Inszenierungen.
2. Schüler lernen bei mir auch zu inszenieren und Regie zu führen; ich bin Theater-LEHRER – kein Regisseur.
3. Ich kenne und beherrsche das theatrale Handwerkszeug, u.a. die (Kompositions-) Methoden und (ästhetischen) Mittel und leite die Schüler an, diese zu benutzen, um eine angemesse Ästhetik herzustellen und die ästhetische Wirkung hinterher in einem Feedback bzw. einer Werkschauanalyse oder Theaterkritik sachgerecht beschreiben und beurteilen zu können.
4. Prüfungen beziehen sich in meinem Unterricht im Fach Theater auf die Praxisarbeit im Unterricht und die sich konkret daraus ergebenden Theoriethemen. Theoriethemen haben keine Bedeutung als isolierter Lernstoff.
5. Als Theaterlehrer nehme ich mich schrittweise zurück und gebe die Verantwortung für den theatralen Prozess zunehmend an Schüler ab.
6. Meine Schüler zeigen in einer(!) Werkschau den Stand ihrer Arbeit vor überwiegend fachkundigem Publikum. Ich(!) habe nicht mehr den Anspruch (mehrere) öffentliche, abendfüllende Aufführungen mit Resonanz in der Lokalpresse zu produzieren.
7. Ich nehme nicht mehr an Theaterfestivals teil, in denen keine ehrlichen Arbeiten aus dem zeitlich sehr begrenzten Unterrichtsfach Theater gezeigt werden – sondern speziell für diese Festivals produzierte Beiträge, die zumeist mit erheblich umfangreicheren Ressourcen hergestellt wurden. Diese Produktionen machen mir als Theaterlehrer, der Theater als zweistündiges Schulfach unterrichtet und meist weniger als 17 Doppelstunden pro Halbjahr Zeit hat, keinen Mut, sondern schrecken mich ab, weil ich das Gefühl habe, diese hohen Ansprüche nicht erfüllen zu können.

Der vollständige Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.