Rezension – Wenzel, Karl-Heinz: Theater in B.E.S.T.-Form

Nach der Lektüre dieses Buches wurde mir eigentlich erst so richtig bewusst, was ich die zwanzig Jahre vorher überwiegend intuitiv gemacht hatte. Karl-Heinz Wenzel versteht es meisterlich all die Vorgänge präzise zu beschreiben, die wirkungsvolles Jugendtheater und auch Theaterunterricht ausmachen.

Für mich ist dieses Buch eine sehr große Hilfe gewesen, zu einem klaren Selbstverständnis als Theaterlehrer zu kommen. Ich will kein verhinderter Regisseur sein, der seine Schüler als Objekte benutzt, um nicht zu sagen „missbraucht“, um in erster Linie seine Phantasien von Theater auszuleben und vorrangig seine Lust am Inszenieren zu stillen.

Ich will, ganz im Sinne Wenzels, Lernprozess-Initiator für meine Schüler sein. Auch wenn mir das Inszenieren zusammen mit Schülern großen Spaß macht und ich mir im theatralen Entstehungsprozess immer wieder selbstkritisch meinen Anspruch vor Augen halten muss:

Ich bin kein Regisseur!

Und – wie Karl-Heinz Wenzel sagt – die Jugendlichen mitzunehmen, sie Vertrauen gebend auf ihrem theatralen Weg zu begleiten, ihnen Anregungen zu geben, ihnen Mut zu machen, etwas im dialektischen Prozess erst auszuprobieren und anschließend kritisch zu reflektieren, das macht wohl den einfühlsamen Pädagogen aus.

Wenzel, Karl-Heinz: Theater in B.E.S.T.-Form.
Plädoyer für ein anderes Jugendtheater. Weinheim 2006. Deutscher Theaterverlag.

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