Angewandte Theaterforschung ist online

www.angewandte-theaterforschung.de

schließt eine Lücke in der Forschung und bietet Unterrichtsmaterial für das Unterrichtsfach Theater/ Darstellendes Spiel in Schulen an, das mit wissenschaftlichen Methoden erarbeitet wurde.

Die Theaterwissenschaft arbeitet theoretisch und bezieht sich explizit nicht auf Praxis.

Im Gegensatz dazu untersucht „Angewandte Theaterwissenschaft“ Theater in Theorie und Praxis und gibt Impulse für die Entwicklung des professionellen Theaters.

Angewandte Theaterforschung (AT) baut eine Brücke zwischen Theaterwissenschaften und der Praxis des Kinder-, Jugend- und Schultheaters und dem  Unterrichtsfach Theater/ Darstellendes Spiel und  in Schulen.

 

 

 

„Die Kunst Theater zu lehren“

Ausgehend von den vielfältigen Erfahrungen, die ich seit den 1980er Jahren mit Theaterunterricht an verschiedenen Schulen in verschiedenen Jahrgangsstufen, in Workshops und Seminaren gemacht habe, scheint die Zeit reif für eine Bestandsaufnahme.

Was sollte ein Theaterlehrer tun und wie sollte er es tun, um für seine Schüler einen möglichst großen Mehrwert zu generieren?

Oder einfacher gefragt: Was macht guten Theaterunterricht aus?

Diese Frage werde ich versuchen umfassend zu beantworten in meiner Publikation „Die Kunst Theater zu lehren“, an der ich seit geraumer Zeit arbeite und die demnächst erscheinen wird und wofür ich hier bereits Titelschutz als Urheber anmelde.

Volker List, Hüttenberg, 01.01.2017

 

Darstellendes Spiel – die Kunst Theater zu unterrichten

10. Mai 2014 in Bremen

Darstellendes Spiel – die Kunst Theater zu unterrichten

Zum theatralen Bildungskonzept mit den Kursbüchern
List, V. u.a.: Kursbuch Darstellendes Spiel Oberstufe, Klett 2009
List, V.: Kursbuch Impro-Theater Oberstufe, Klett 2012
List, V.: Kursbuch Theater machen Mittelstufe, Klett 2014

Die Fortbildung erläutert die Arbeit mit den Schülerarbeitsbüchern und regt die praktische und theoretische Auseinandersetzung an.

Veranstaltungsort: Landesinstitut für Schule (LIS) in Bremen
Datum: 10.05.2014
Uhrzeit: 10:00-17:00 Uhr
Leitung: Volker List

Im Fokus der Arbeit stehen
• die Impulse des Buches zur Anregung von Selbstlernprozessen im theatralen Feld
• die neue Rolle des Theaterlehrers als Lernprozessinitiator, Lernbegleiter, Coach und Supervisor
• Fragen nach der Qualität der Arbeitsergebnisse, der Präsentationsformen und den Besonderheiten der Öffentlichkeit bzw. des Publikums
• Fragen nach dem systematisch-methodischen Aufbau von Theaterkompetenzen und den Gestaltungsmöglichkeiten von theatraler Ästhetik im Theaterunterricht
• die Bedeutung von Feedback und konstruktive Formen
• Lernen und Üben durch Wiederholung
• bereits gemachte Erfahrungen mit dem Buch im Theaterunterricht in unterschiedlichen Jahrgangsstufen und daraus sich ergebende Themen und Fragen
• ein kurzer Blick auf das Kursbuch Theater machen Mittelstufe Klett 2014 und die Schnittstellen zum Oberstufenbuch

Prolog
Theater ist das schwierigste Unterrichtsfach überhaupt.
Warum?
Weil unser Inhalt gleichzeitig auch die Form ist, in der wir miteinander kommunizieren.
Wir beschäftigen uns bewusst und zielorientiert mit der Herstellung theatraler Formen und tun dies gleichzeitig in Formen, die auch als theatral beschrieben werden können.
Wir kommunizieren über theatrale Kommunikation u.a. mit Hilfe theatraler Zeichen.
Und wir spielen immer unterschiedliche Rollen, Lehrer und Schüler, mal Spielleiter, Regisseur, Dramaturg, Berater, Coach, Supervisor, Darsteller, Techniker usw. – „Ich habe heute den Leuten gegenüber eine Maske auf.“ sagt der gefeierte Regisseur Thomas Ostermeier in Bezug auf sein Ensemble.

Und wir initiieren Lernprozesse.

Wir wissen sicher, dass der Mensch einerseits bis ins hohe Alter lernt durch Nachahmung – best practice – und andererseits am besten lernt, wenn er möglichst viele Sinne nutzt und möglichst viel selbst machen und selbst gestalten kann – trial and error.
Das heißt jetzt aber nicht, dass wir immer alles vormachen (müssen).
Das wäre ein grundlegendes Missverständnis und würde dem Selbstlernen und ausprobieren widersprechen.

Unser Vormachen im Lernprozess bezieht sich vielmehr auf unsere innere Haltung zum Lernprozess mit Heranwachsenden und unsere Fähigkeit ihnen das zu zeigen:
Das Feuer, das in uns für unsere Schüler und unsere gemeinsame Sache, unser gemeinsames Projekt brennt.

Dazwischen
Die Welt besteht aus vielen Teilen. Manche sagen aus Atomen, manche sagen aus Energie. Die Physiker können das besser als ich. Und nichts geht im All verloren. Ein tröstlicher Gedanke.

Sicher sind wir uns auch, dass Theater aus sehr vielen Teilen zusammengesetzt ist, und die unterschiedlichsten Formen annehmen kann; schier unendlich viele Kombinationen. Aber die Teile, die dabei benutzt werden sind immer mehr oder weniger die gleichen oder recht ähnliche. Ein endlicher Zeichenvorrat.
Immer wieder sehen wir recht ähnliche Settings: Einen Raum, in dem agiert wird. Leute die zuschauen oder auch mitmachen. Irgendwelche Themen werden verhandelt, mal deutlich erkennbar, mal nebulös verschleiert, wie Rätsel.

Erkennbar werden immer wieder die gleichen Mittel/ Gegenstände wie Requisiten, Kostüme, Masken, Licht, Ton usw. benutzt;  nicht zu vergessen als wichtigste Materie: der menschliche Körper.

Alles braucht handwerkliche Fertigkeiten, um mit den Mitteln/ den Dingen sachgerecht umzugehen. Es werden schauspielerische, küstlerisch-ästhetische Techniken und Methoden genutzt, um ein ästhetisches Produkt zu kreieren oder einen ästhetischen Prozess in Gang zu setzen.

Inhalt und Stoff im Theater kann alles sein, wie in der Literatur.
Und dann wirds richtig kompliziert.

Nach welchen Kriterien basteln wir das alles zusammen, dass wir es am Ende in den ästhetischen Gestaltungskategorien Handlungsbögen, Dynamik und Bildwirkung als Struktur, Spannung und Stimmung erleben und empfinden und – und das ist der Gipfel – auch in Sprache mit akzeptierten Fachbegriffen transparent und nachvollziehbar beschreiben können.

Epilog
Welche Widerstände wir hier zu überwinden haben zeigt sich darin, wenn Regisseure Auskunft über ihr Stück oder ihre Arbeitsweise geben sollen oder wenn Theaterkritiker ein Stück rezensieren und wir uns manchmal fragen: Wovon ist da eigentlich die Rede?
Auffallend ist, dass in den meisten Kritiken über das Eigentliche, die theatrale Form meist am wenigsten gesagt wird und Theaterkritiken zu einem eigenen literarischen Genre mutierten. Aber vielleicht war das schon immer so.

Inspirierendes Buch > Civaschi, M./ Milesi, G: Das Leben in 5 Sekunden.
200 Biografien von Gott bis Pippi Langstrumpf. Frankfurt/M 2013 FISCHER Scherz

Weiterbildung zum Theaterlehrer Sek 1 in Bremerhaven

In Bremerhaven startete vor kurzem eine neue Gruppe mit dem Ziel die Qualifikation zum Theaterlehrer in der Sekundarstufe 1 zu erwerben.

Ich werde die Gruppe am 05.02.2014 besuchen und stehe eine Stunde für Beratung zur Verfügung, nicht ohne Hoffnung, noch einige zum Mitmachen bei meiner Studie bewegen zu können. Nach gut sechs Wochen nach der Ankündigung haben sich bereits 60 Lehrer aus ganz Deutschland angemeldet, die ein Jahr lang mit dem neuen Kursbuch Theater machen arbeiten möchten, um mir ihre Erfahrungen damit mitzuteilen.

Fachtag 2014 Darstellendes Spiel Oberstufe in Frankfurt/M

Nach-denken.

Fachtag. Lobenswerte Einrichtung. Prima Organisation. Viel Erfahrungsaustausch für den sonst im Schulalltag keine Zeit ist.

Mir fällt im Rückblick auf: Immer wieder wünschen Teilnehmer mehr Praxis an diesem Fachtag. Applaus von etlichen zu diesen Statements. Mehr Workshops, selbst was tun, selbst Theater spielen. Ich verstehe das. Aber … sind dafür nicht die Workshop- und Seminarangebote besser geeignet? Ist es nicht gerade Sinn und Zweck an einem Fachtag sich mal im Sinne eines Diskurses in aller Ruhe mit Gleichgesinnten ein bisschen länger in ein Thema zu vertiefen?

Ja! Es scheint mir bitter nötig. Warum?

Weil ich das Gefühl habe – und da ist es fast egal, um welches Thema es geht – wir versuchen das Rad immer wieder neu zu erfinden und beginnen da manchmal wieder bei Adam und Eva.

Beispiel: Das leidige Thema Leistungsmessung und Notengebung.

Da wird zu oft zu lang zu allgemein über das Thema geredet. Die Zeit ist knapp. Lehrer stellen ihre individuellen teilweise sehr eigenen Verfahren vor. Dabei liegen doch bereits seit geraumer Zeit sehr durchdachte und seit Jahren erprobte Methoden zur Leistungsmessung in Publikationen vor. Nur die wenigsten scheinen sie zu kennen. Woran liegt das?

Ich wünsche mir Fachtage mehr wie Klausurtagungen, wo Arbeitsgruppen fundiert vorbereitet sind, die Teilnehmer vorab zu lesendes Material lesen müssen, sonst ist ja keine konstruktive Teilnahme an der Gruppe möglich. Und alles auf dem aktuellsten Stand. Das wünsche ich mir.

Projekt KulturSchulen – Theatermethoden in gesellschaftskundlichen Fächern

Dekonstruiert  rekonstruiert
oder
Zerhackt – zusammengesetzt
Gesetzestexte erschließen mit Techniken und Methoden des postdramatischen Theaters bzw. mit performativen Formen.

Auf dem Boden sind in einem markierten Viereck einzelne Zettel mit den ersten fünf Artikeln des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland verteilt. Die Teilnehmer werden aufgefordert durch den (Gesetzes-)Raum zu gehen und die Zettel zu betrachten und zu lesen. Dazu erklingt Musik. Sobald die Musik stoppt, heben alle Teilnehmer einen Zettel auf und lesen den Texte still für sich. Eine Person liest laut ihren Text vor. Mehrmalige Wiederholung, sodass am Ende nahezu alle Textschnipsel vorgelesen sind und alle den gesamten Text einmal gehört haben.

Anschließend sortiert die Gruppe die Textabschnitte an einer Pinnwand in die richtige Reihenfolge. Der Text wird danach in der richtigen Reihenfolge von den Teilnehmern laut vorgelesen, indem sie sich in einer Linie aufstellen.

Diese Technik lässt sich mit vielen verschiedenen Texten durchführen und führt bei den Gruppenmitgliedern zu intensivem Austausch und Durchdringung der Texte mit hoher Intensität wie das bei isoliertem (stillen) Lesen selten der Fall ist.

In der (geschützten) Gruppe ist es leichter für die Schüler, sich untereinander Verständnisfragen zu stellen und sich gegenseitig zu helfen, den Sinnkontext und die Zusammenhänge zu erschließen und zu begreifen. Die Präsentation in der Gruppe wiederholt (lernt) die Inhalte in der richtigen Reihenfolge. Darüber hinaus ist diese chorische Präsentation eine weitere Anregung zur Identifikation mit den erarbeiteten Inhalten, in diesem Fall dem Grundgesetz, der rechtlichen Grundlage unseres Zusammenlebens und möglicherweise eine Hilfestellung bei der Auseinandersetzung mit anderen Formen des Zusammenlebens.

Diese Anregung und eine ganze Reihe anderer Impulse konnten die Teilnehmer des Workshops 3 Alles Theater! während des 3. Fachforums der Curriculums-Werkstatt der KulturSchulen Hessens des Projektbüros Kulturelle Bildung des HKM vom 30.10. – 01.11.2013 in Weilburg auf ihre Tauglichkeit prüfen.

Fortbildung im Projekt „KulturSchulen“

Vom 27.-29.05.2013 regte ich LehrerInnen von gesellschaftskundlichen Fächer im Fortbildungszentrum Reinhardswaldschule in Fuldatal an mit mir zu prüfen, inwieweit Theater und theatrale Methoden ihren Unterricht bereichern können.

Vom 30.10.-02.11.2013 werde ich das gleiche Angebot noch einmal im Fortbildungszentrum in Weilburg machen.


„Eine Kunst für jeden: KulturSchulen KulturSchulen sehen im eigenen künstlerischen Gestalten und sinnlich-ästhetischen Lernen die Basis einer zeitgemäßen Allgemeinbildung und räumen ihnen einen besonderen Stellenwert im Schul-Alltag ein (Raum und Zeit für Kunst). Jeder Jugendliche erhält die Chance, eine Kunst für sich zu entdecken, die sein Leben auch über die Schullaufbahn hinaus mit prägen kann (künstlerisches Curriculum). Vielseitige künstlerische Aktivitäten geben Schülerinnen und Schüler Vertrauen in ihre eigene Gestaltungskraft, als Zuhörende und Zuschauende von Kunst und Kultur und in der Begegnung mit Künstlern und Kulturschaffenden lernen sie zudem, ihre Welt mit anderen Augen zu sehen und einen Sinn für Qualität und Könnerschaft zu entwickeln. Auch in den geistes-, gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Fächern nutzen KulturSchulen Methoden und Erfahrungen kultureller Praxis, um Lernprozesse zu gestalten (ästhetische Zugangsweisen in allen Fächern)“.Voraussetzungen zur Teilnahme> http://kultur.bildung.hessen.de/kulturelle_praxis/kultschu/index.htmlHier geht’s zu einer Fülle von Information und Unterrichtshilfen zu den Fächern Politik und Wirtschaft: http://lernarchiv.bildung.hessen.de/sek/powi/index.html

 

Fortbildungen in Business und Bildung

Rhetorik
https://www.dropbox.com/s/8h7p2fys99jh9mw/rhetorik.pdf

Präsentation
https://www.dropbox.com/s/xjfyafeedcj6gru/praesentation.pdf

Moderation
https://www.dropbox.com/s/h33sljh2vs9b61j/moderation.pdf

Seminar-/ Lerndramaturgie
https://www.dropbox.com/s/ve16q0gt0hr9t10/seminar.pdf

Kreativität
https://www.dropbox.com/s/wr1jber25ug893c/kreativ.pdf

Theater im Deutschunterricht

Das in zweijährigem Rhythmus an wechselnden Unis stattfindende Deutschdidaktik-Symposion ist die Plattform zum Austausch der Deutschdidaktiker des deutschsprachigen Raumes. Das diesjährige Motto: Sprachlich-literarische Vielfalt wahrnehmen, aufgreifen, fördern. Eingeladen hatte die Uni Bayreuth, Veranstaltungsort: Uni Augsburg.

In 15 Sektionen konnten sich die Teilnehmer zu unterschiedlichen Themengebieten wie beispielsweise Grammatik-/ Rechtschreibunterricht, kreatives Schreiben usw. informieren und Forschungsergebnisse diskutieren. Eine Sektion holte das Thema Theater in den Fokus: Vielfalt des Dramatischen und Theatralen in didaktischer Sicht.

Der Bogen der angebotenen Themen spannte sich von der Analyse von Dramentexten über Kindertheater bis zum Unterrichtsfach Darstellendes Spiel/ Theater.

Betrachtet man die aktuellsten Publikationen zu diesem Thema und lauscht den Beiträgen der Teilnehmer, dann liegt die Vermutung nahe, dass das Unterrichtsfach Darstellendes Spiel/ Theater, das zumindest in der Oberstufe in Deutschland etabliert ist, noch nicht so recht im Bewusstsein von Deutschdidaktikern an den Unis angekommen zu sein scheint.

Auf der eine Seite beklagt man das Unvermögen von Schülern, angemessen über Theater sprechen zu können – die sogenannte Anschlusskommunikation –  auf der anderen Seite streiten Didaktiker darüber, ob überhaupt (alle) theatrale Erfahrung versprachlichbar ist. Damit läge dieser Bereich außerhalb des Beschreibbaren und wirft die Frage der Bewertbarkeit auf. Wie geht man nun damit in der Schule um? –

In meinem Vortrag und einem Workshop versuchte ich eine Perspektive zu eröffnen und mit Beispielen zu demonstrieren, wie das Lernen in diesem Bereich effektiver gestaltet werden kann.

Nicht effektiv ist eine Lernsituation, in der Schüler in vom Lehrer als wesentliches Bildungsgut ausgemachte Theaterstücke (ab)geführt werden und danach gezwungen werden, einen Aufsatz dazu schreiben müssen. Das sei leider noch gängige Praxis, so Teilnehmer der Sektion.

Effektiv ist eine Lernsituation – basierend auf langjährigen, umfangreichen Forschungsergebnissen und vernünftigem Erfahrungswissen – in der ein mentaler Impuls (ein Inhalt) und ein Bewegungsimpuls in emotional positiver Atmosphäre gleichzeitig auf ein Neuron im Gehirn treffen.

Welches Fazit lässt sich aus diesen Erkenntnissen für unseren Themenbereich ziehen?

Schüler sollten bei der Auswahl der besuchten Theaterstücke selbst entscheiden oder zumindest mitentscheiden. Der Lehrer sollte angemessene Angebote machen können für seine Zielgruppe. Neue Kinder- und Jugendtheaterstücke bieten eine mittlerweile große Auswahl an Themen, Spielformen und Figuren, die die Welt nicht mehr normativ gekästelt zeigen. Sie zeigen und bearbeiten nun auch Themen und Probleme, die bisher tabuisiert wurden (siehe die Reihe Spielplatz, insbesondere den neusten Band 25 „Nah dran!“).

Schulen, in denen Darstellendes Spiel/ Theater unterrichtet wird, bieten sich an, mit Deutschkursen deren Werkschauen oder Proben zu besuchen. Ein methodisch-systematischer Theaterunterricht eröffnet Schülern mehr Möglichkeiten, sach- und fachangemessen über Theater zu sprechen. Sie verfügen in der Regel über eine umfangreichere Kommunikationskompetenz durch ihr Theatertraining, das diese Kompetenz gezielt ausbaut. Die Situation, dass Schülergruppen – hier Deutsch- und Theaterkurse – in respekt- und vertrauensvoller Weise voneinander lernen können, sollte genutzt werden.

Sie schließt nicht aus, nach dem Erwerb einer bestimmten Grundkompetenz über Theater angemessen sprechen zu können, auch anspruchsvollere professionelle Theaterstücke anzuschauen.

Diese fächerübergreifende Arbeit kann weiterentwickelt werden zu gemeinsamer Projektarbeit, in der Deutsch- und Theaterkurse in einem gemeinsamen Projekt verschiedene Lernfelder definieren und abstecken, die eine fruchtbare Arbeit in den Bereichen Theaterproduktion und Theaterrezeption erlauben.

Ein Einstieg in regelmäßige Besuche von Theaterproben mit klar definierten und entsprechend vorbereiteten konstruktiven Feedback-Ritualen kann diese Form der Projektarbeit inspirierend vorbereiten.

Auf der einen Seite können die Theaterproduzenten einem (Fach-)Publikum schrittweise ihre Arbeitsergebnisse präsentieren und hilfreiches Feedback und Impulse für die weitere Arbeit erhalten. Auf der anderen Seite wird die Kompetenz aller, sich über Theater angemessen zu verständigen kontinuierlich erweitert. Theaterproduktion und Theaterrezeption werden auf diese Weise organisch in lustvollem Kontext ganzheitlichen Kunstgenusses erlebt und erfahren.

Von hier aus ist es nur ein kleiner Schritt, dass Deutsch- und Theaterkurse ihre durch das Schulsystem künstlich errichteten Fach-Abgrenzungen wieder überwinden und sich als eine Projektgruppe konstituieren, die ein gemeinsames Projektziel definiert und darin die Facetten  und Bereiche beschreibt, in der die jeweiligen zu erwerbenden Fach-Kompetenzen festgelegt werden, die zur Erreichung des Projektziels notwendig sind.

Fächerübergreifender Unterricht hätte damit im Projekt eine Lernform gefunden, Theater reflektierend als das zu erleben, zu erfahren und zu beschreiben, was es originär ist: Darstellendes Spiel vor Publikum.____________

Der Hinweis zu effektivem Lernen bezieht sich u.a. auf Forschungsergebnisse
der Sporthochschule Köln > Gehirn und körperliche Aktivität, Forschungsprojekte,
des neurobiologischen Instituts Heidelberg > Prof. Dr. Hannah Monyer: Dirigenten für unser Denken. In: Innovate! Das Magazin für Forschung und Technologie. September 2006. S. 34-38
und Prof. Dr. Gerald Hüther.

Theatertrainerin in Freiburg: Alexandra Ringler

Ihr Angebot:
  • Theaterprojekte mit Kindern und Jugendlichen
  • Präventionsangebote für Schulen und soziale Einrichtungen
  • Fortbildungen für LehrerInnen und SozialpädagogInnen im Sinne einer MultiplikatorInnenausbildung
  • Workshops im Bereich des politischen Theaters (Forumtheater, Straßentheater…)

Alexandra Ringler
Habsburgerstraße 76
79104 Freiburg
Tel: 0761-38 26 98
Mobil: 0176-24 25 17 95
Mail: info@zeit-zum-spielen.de
http://www.zeit-zum-spielen.de 

Fachtag in Niedersachsen

70 Theaterlehrer und – pädagogen erleben im Staatstheater Oldenburg Theaterunterricht nach dem „Kursbuch Darstellendes Spiel“.

Auf Einladung des Staatstheaters Oldenburg habe ich auf dem jährlich stattfindenden Fachtag für Theaterunterricht in Niedersachsen einen ganzen Tag lang am 18.11.2011 ca. 70 Lehrern die Konzeption des „Kursbuchs Darstellendes Spiel“ und des „Kursmaterials Theater“ (CD-ROM) erläutert und einige Module praktisch mit ihnen durchgespielt.

Sie konnten erleben, wie ein jeweils zielgerichtetes szenisches Aufwärmen das Training einer neu eingeführten Methode vorbereitet. Sie haben getest, wie es sich anfühlt, systematisch-methodisch mit einem Training des jeweils neu eingeführten theatralen Themas in die Lage versetzt (kompetent) zu werden, im nächsten Abschnitt des Moduls mit ihrer Kreativität eine Szene zu gestalten, die bereits ein deutlich sichtbares ästhetisches Format hat.

In zwei intensiven Austausch- und Diskussionsphasen (World-cafe und Open-space) wurde das Konzept des selbstgesteuerten kompetenzorientierten theatralen Lernens theoretisch reflektiert und kritisch beleuchtet.

Der Wunsch vieler Teilnehmer nach mehr praktischen Erfahrungen mit diesem Lernkonzept führte dazu, dass eine große Gruppe den Open-space dazu nutzte,  vorab Erfahrungen mit dem „Kursbuch Impro-Theater“ zu machen, das im Frühjahr 2012 bei Klett erscheinen wird.

Neue Wege im Theaterunterricht

Neue Wege im Theaterunterricht: Selbstlernprozesse anleiten

Datum          Mittwoch, 23.02.2011 – 14:00-17:00 Uhr

Ort                Rüsselsheim, Staatliches Schulamt

Teilnehmer  Theaterlehrer und Interessierte (Oberstufe und Sek 1)

Veranstalter Fachberatung Kulturelle Bildung,

Bettina Tonscheidt > Bettina.Tonscheidt@gg.ssa.hessen.de

 

Material zur Fortbildung:

> link Wesentliche Aspekte des Kursbuches, 1 Seite
> link Nutzungsmöglichkeiten des Kursbuches, 1 Seite
> link Aufbau des Kursbuches, 1 Seite
> link Arbeit mit dem Kursbuch und der CD; ppt
> link Handout CD Kursmaterial Theater, 26 Seiten
> link Material zum Erwerb theaterästhetischer Kompetenzen, 15 Seiten
> link Verteilung der Leistungskontrollen im Aufbaukurs 1 für ein ganzes Jahr 

Ausschreibung des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Groß-Gerau und den Main-Taunus-Kreis:

Volker List zeigt, wie man im projektorientierten Theaterunterricht konsequent Selbstlernprozesse der Schülerinnen und Schüler anleitet –  ganz praktisch und kompetenzorientiert. Die Kursleitung wird im Prozess zunehmend von Steuerungsaufgaben entlastet und begleitet als Supervisor den Selbstlernprozess, die Schülerinnen und Schüler entwickeln Kreativität, Fachkompetenz und Selbstbewusstsein. Volker List  ist  Theaterlehrer und Mitautor des mittlerweile zu einem Standardwerk für den Theaterunterricht avancierten  „Kursbuch Darstellendes Spiel“ (Klett). Das Lehrwerk ist außerdem konsequent an den Einheitlichen Prüfungsanforderungen für Darstellendes Spiel ausgerichtet und stellt eine hohe Transparenz her in Hinblick auf die Kompetenzen, die die Jugendlichen erwerben können.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten kostenlos die CD-Rom „Kursmaterial Theater“. Vorbereitendes Material: http://volkerlist.de

Wo: Staatliches Schulamt Rüsselsheim

Wann: 23.2.2011, 14,00 – 17,00 Uhr

Selbstlernprozesse mit dem Kursbuch

Thema          Selbstlernprozesse mit dem „Kursbuch Darstellendes Spiel“ initiieren (Workshop)

Datum            15.11.2010

Ort                  Hannover, IGS Mühlenberg

Teilnehmer    20 Weiterbildner zur Lehrbefähigung Darstellendes Spiel für Lehrer

Thema            Kompetenzerwerb durch Eigenverantwortlichkeit;

Arbeit mit dem „Kursbuch Darstellendes Spiel“ und der „CD Kursmaterial Theater“

Veranstalter  > link: NiLS Niedersächsisches Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung

Die Stühle blieben nicht leer. 20 überwiegend erfahrene TheaterlehrerInnen aus Niedersachsen loteten die  Lernchancen des „Kursbuches Darstellendes Spiel“ aus.