Angewandte Theaterforschung ist online

www.angewandte-theaterforschung.de

schließt eine Lücke in der Forschung und bietet Unterrichtsmaterial für das Unterrichtsfach Theater/ Darstellendes Spiel in Schulen an, das mit wissenschaftlichen Methoden erarbeitet wurde.

Die Theaterwissenschaft arbeitet theoretisch und bezieht sich explizit nicht auf Praxis.

Im Gegensatz dazu untersucht „Angewandte Theaterwissenschaft“ Theater in Theorie und Praxis und gibt Impulse für die Entwicklung des professionellen Theaters.

Angewandte Theaterforschung (AT) baut eine Brücke zwischen Theaterwissenschaften und der Praxis des Kinder-, Jugend- und Schultheaters und dem  Unterrichtsfach Theater/ Darstellendes Spiel und  in Schulen.

 

 

 

Kultur macht stark

Bundesbildungsministeriums spendiert 230 Mio € für das Programm „Kultur macht stark„.

Gegenstand der Förderung:
„Hierzu zählen auch Maßnahmen der Lese- und Sprachförderung. Kulturelle Bildung verbindet kognitive, emotionale und gestalterische Handlungsprozesse. Sie umfasst sowohl die eigene kreative Auseinandersetzung mit den Künsten als auch die aktive Rezeption von Kunst und Kultur.“ > http://www.buendnisse-fuer-bildung.de/de/foerderrichtlinie.php#Gegenstand

 

„Die Kunst Theater zu lehren“

Ausgehend von den vielfältigen Erfahrungen, die ich seit den 1980er Jahren mit Theaterunterricht an verschiedenen Schulen in verschiedenen Jahrgangsstufen, in Workshops und Seminaren gemacht habe, scheint die Zeit reif für eine Bestandsaufnahme.

Was sollte ein Theaterlehrer tun und wie sollte er es tun, um für seine Schüler einen möglichst großen Mehrwert zu generieren?

Oder einfacher gefragt: Was macht guten Theaterunterricht aus?

Diese Frage werde ich versuchen umfassend zu beantworten in meiner Publikation „Die Kunst Theater zu lehren“, an der ich seit geraumer Zeit arbeite und die demnächst erscheinen wird und wofür ich hier bereits Titelschutz als Urheber anmelde.

Volker List, Hüttenberg, 01.01.2017

 

„Immer diese Scheißdekonstruktion, …

… was soll daran noch modern sein? … Wenn man alles dekonstruiert, kann man keine Geschichte erzählen, und dann kann man keine Zusammenhänge erkennen. … Das ist gut für diejenigen, die den Status quo wahren wollen, und also ist es reaktionär.“ sagt Thomas Ostermeier, der als „génie“ gefeierte künstlerische Leiter der Berliner Schaubühne im ZEIT MAGAZIN Nr. 20 vom 08. Mai 2014 auf Seite 21.

Die Autorin von „Was für ein Theater!“, Elisabeth Raether, kommt in ihrem 11-seitigen Artikel über die neuste Produktion der Schaubühne „Die kleinen Füchse“ (Regie Thomas Ostermeier), eines Stücks „der amerikanischen Dramatikerin Lillian Hellman, das in den vierziger Jahren zu den erfolgreichsten Broadway-Stücken gehörte und dann in Vergessenheit geriet“, zum Schluss:

„Es ist auf einmal so einfach mit der menschlichen Fantasie: Eine Bühne, ein paar Kostüme, Musik, ein paar Sätze, das reicht, und wir sind drin in einer Geschichte, lassen uns auf Figuren ein, die sich jemand mal ausgedacht hat, die es nicht gibt und nie gab und die doch vor unseren Augen zum Leben erweckt werden.“

Lesenswert!

Siehe dazu auch hier:

Noch´n Sargnagel fürs Gespenst?

und hier:

Ein Gespenst geht um …

 

 

 

Deutsche Theaterpraxis beeinflusst englisches Theater

„Das ‚Secret Theatre‘-Projekt am Londoner Lyric Hammersmith ist von deutscher Bühnenpraxis inspiriert: Vorbote einer Revolution des britischen Sprechtheaters“ schreibt Alexander Menden in der Süddeutschen Zeitung am 08.11.2013 auf Seite 12.

Sind einige Engländer ihre ewig gleiche Art der sog. werk- und vor allem texttreuen Inszenierung Leid? Wird deutsche Post-Dramatik als spannender empfunden? Sieht man das Entwicklungspotenzial der deutschen Bühnen, insbesondere der freien Szene im Gegensatz zum Stillstand des englischen Theaters?

Alexander Minden versucht eine Antwort in seinem Artikel.

Wer den ganzen Artikel lesen möchte, findet ihn hier.

Wieder gefunden und neu entdeckt …

Die Lehrkraft sollte im Theaterunterricht bestrebt sein, eine Lernumgebung mit häufigen Lernsituationen zu kreieren, die von den Schülern als Herausforderung erkannt und erlebt wird. Rainer Lersch spricht hier von einer „Anforderungssituation“ oder auch „Performanzsituation“.

„Es gilt nämlich, die Schülerinnen und Schüler permanent in solche möglichst selbstständig zu bewältigende Performanzsituationen zu ‚verwickeln’, damit sich so etwas wie Kompetenz überhaupt entwickeln kann. … Kompetenzen können nämlich nicht im klassischen Sinne gelehrt werden – sie müssen von den Schülerinnen und Schülern aktiv erworben werden. Dies zu wissen und bei der Planung und Gestaltung von Unterricht zu beachten, ist der Kern kompetenzorientierter Lehrerprofessionalität!“[1]

In Unterricht übersetzt heißt das:

„Das systematische und methodisch fantasievolle Arrangieren und Einrichten von Anforderungssituationen (Kontexten, Übungen, Denkoperationen, praktisch zu bewältigenden Problemen etc.) die die Schülerinnen und Schüler selbstständig bewältigen, ist ein wesentlicher Bestandteil kompetenzfördernden Unterrichts.“[2]

Das Kursbuch Theater machen unterstützt durch entsprechende Methodik und mit einer Vielzahl an Übungen, Aufgaben und Lernarrangements diesen Kompetenzerwerb.

Forum Kritik – Hier darf jede(r)

 

 

 

 

 

 

 

Kritik weist auf Irrwege hin und gibt Anregungen für Verbesserung.
Kritik treibt eine Entwicklung voran.
Kritik ist wichtig. 

Darum biete ich hier Raum für Kritik und hoffe auf rege Beteiligung.
Das geht sehr einfach mit der Funktion „Kommentar hinterlassen“ am Ende des Blogeintrags. Einfach draufklicken und schreiben.

 

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Facebook Theaterpädagogik
Frank Braunert-Saak am 5. Dezember 2013 bezogen auf die Studie mit dem angekündigten und noch nicht erschienenen Kursbuch Theater machen:

Das Buch ist leider gut. Leider, weil sich dadurch zu viele Lehrer/Innen zutrauen, die Inhalte auch ohne weiteren Praxisbezug vermitteln zu können. Ein Grund, warum Theaterpädagogen an Schulen keine ausbildungsgerechten Honorare mehr erwarten können.

 

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Am 15.03.2014 schrieb Yola:

Hier jammert einer rum, weil er es scheinbar nicht hinkriegt, ein anständiges Honorar für seine Arbeit zu verhandeln und sucht einen dem er die Schuld dafür in die Schuhe schieben kann und außerdem noch nach Claqueuren für sein Schmäh. – Nicht Bücher verändern die Welt, sondern Leute die sie lesen und verstehen! Ach ja, interessant ist noch, dass Frank Brauner-Sack über ein Buch urteilt, dass es zum Zeitpunkt seiner Beschuldigung noch gar nicht gab … hihi.

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 Am 17.03.2014 schrieb Sabina:

 Lieber Herr List,
ich habe bereits vor einigen Jahren die Ausbildung zur Theaterlehrerin gemacht und bin total froh, dass es Ihr Kursbuch “Darstellendes Spiel” gibt. Ich arbeite sehr gern damit. Es gibt kein anderes Schulbuch, in dem so systematisch Theaterunterricht beschrieben wird. Was ich mir jedoch noch wünschen würde wären ein paar Erläuterungen in einer Art Lehrerhandbuch, insbesondere wie ich mit typischen Problemen umgehen soll.Zum Beispiel wie ich meine Schüler dazu bewege, dass sie bei Improvisationen weniger reden und mehr handeln. Und wie ich es schaffe möglichst viele Schüler sinnvoll zu beschäftigen. Eigentlich hätte ich an Sie noch ganz viele Fragen. Und warum bieten Sie so wenige Seminare an? Ich bin total neugierig auf das neue Kursbuch für die Mittelstufe.
Kollegiale Grüße, Ihre Sabina

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Bitte mitmachen bei Studie

Ich suche TheaterlehrerInnen für eine wissenschaftliche Studie.

Liebe Theater-Lehrende,
seit vielen Jahren unterrichte ich Theater/ Darstellendes Spiel und erforsche die Wirksamkeit systematisch-methodischen Erwerbs theatraler Grundkompetenzen. Aus dieser Forschungsarbeit gingen bereits einige Aufsätze zu Einzelthemen und verschiedene Schulbücher hervor.

Um die Ergebnisse meiner langjährigen Forschungsarbeit zu diesem theatralen Bildungskonzept wissenschaftlich zu evaluieren, plane ich nun eine empirische Erhebung zur Arbeitsweise mit dem „Kursbuch Theater machen. Mittelstufe“ (Stuttgart 2014 Klett Verlag) und bitte Sie um Ihre Mitarbeit.

Ziel dieser empirischen Studie ist es, eine verstärkte wissenschaftliche und pädagogische Diskussion über die Lernumgebung Theater anzuregen und die folgende grundlegende Frage zu beantworten:

Ist die Kunstform Theater didaktisierbar und im schulischen Alltag im Unterricht vermittelbar?

Eine erste Gruppe Theater-LehrerInnen wird auf der Grundlage des „Kursbuch Theater machen. Mittelstufe.“ Stuttgart 2014, Klett Verlag, im kommenden Schuljahr 2014/15 in einer Jahrgangsstufe 7, 8, 9 oder 10 Theater/ Darstellendes Spiel unterrichten und setzt diese Arbeit unter Umständen und nach Absprache in der darauf folgenden Jahrgangsstufe fort.

Eine zweite Staffel folgt im Schuljahr 2015/16 und setzt ebenfalls diese Arbeit unter Umständen und nach Absprache im darauf folgenden Schuljahr fort.

Um die Arbeitsbelastung gering zu halten, beantworten die Teilnehmenden zu Beginn und am Ende der Schuljahres lediglich einige Fragen zu den gemachten Erfahrungen. Eventuell sind am Ende des Projektes noch stichprobenartig kurze Interviews vorgesehen.

Das Forschungsprojekt läuft im Rahmen einer Kooperation mit der Universität Siegen und wird zusätzlich extern wissenschaftlich von Experten und Prozessanalytikern begleitet.

Bitte nehmen Sie Kontakt mit mir auf, wenn Sie dieses Projekt und damit Theater in der Schule unterstützen möchten >>> info@volkerlist.de 

Als Dankeschön erhalten Sie das „Kursbuch Theater machen“ und ein kleines Geschenkpaket.

Es wäre schön, wenn Sie diese Bitte auch an andere Interessierte weiterleiten würden.

Herzlichen Dank!

Volker List

Theatrale Methoden

Karl-Heinz Wenzel beschreibt in einem Gespräch mit mir, was ihm bei seiner Arbeit mit Jugendlichen wichtig ist. In einem kurzen Ausschnitt hier erläutert er seine Haltung zum Einsatz von theatralen Methoden.

Im nächsten Heft Spiel & Theater im April 2014 beschreibt er eine einfache Methode, wie man in wenigen Stunden mit einer Gruppe eine passable post-dramatische Aufführung erarbeiten kann.

In seinen beiden B.E.S.T.-Büchern hat Karl-Heinz Wenzel sehr praxisnah ausführlich seine post-dramatische Arbeitsweise beschrieben, wie er seit vielen Jahren mit Jugendlichen erfolgreich arbeitet.

Siehe auch: Postdramatik im Jugend- und Schultheater. Interview mit Karl-Heinz Wenzel vom 05.11.2014 

Weiterbildung zum Theaterlehrer Sek 1 in Bremerhaven

In Bremerhaven startete vor kurzem eine neue Gruppe mit dem Ziel die Qualifikation zum Theaterlehrer in der Sekundarstufe 1 zu erwerben.

Ich werde die Gruppe am 05.02.2014 besuchen und stehe eine Stunde für Beratung zur Verfügung, nicht ohne Hoffnung, noch einige zum Mitmachen bei meiner Studie bewegen zu können. Nach gut sechs Wochen nach der Ankündigung haben sich bereits 60 Lehrer aus ganz Deutschland angemeldet, die ein Jahr lang mit dem neuen Kursbuch Theater machen arbeiten möchten, um mir ihre Erfahrungen damit mitzuteilen.

Fachtag 2014 Darstellendes Spiel Oberstufe in Frankfurt/M

Nach-denken.

Fachtag. Lobenswerte Einrichtung. Prima Organisation. Viel Erfahrungsaustausch für den sonst im Schulalltag keine Zeit ist.

Mir fällt im Rückblick auf: Immer wieder wünschen Teilnehmer mehr Praxis an diesem Fachtag. Applaus von etlichen zu diesen Statements. Mehr Workshops, selbst was tun, selbst Theater spielen. Ich verstehe das. Aber … sind dafür nicht die Workshop- und Seminarangebote besser geeignet? Ist es nicht gerade Sinn und Zweck an einem Fachtag sich mal im Sinne eines Diskurses in aller Ruhe mit Gleichgesinnten ein bisschen länger in ein Thema zu vertiefen?

Ja! Es scheint mir bitter nötig. Warum?

Weil ich das Gefühl habe – und da ist es fast egal, um welches Thema es geht – wir versuchen das Rad immer wieder neu zu erfinden und beginnen da manchmal wieder bei Adam und Eva.

Beispiel: Das leidige Thema Leistungsmessung und Notengebung.

Da wird zu oft zu lang zu allgemein über das Thema geredet. Die Zeit ist knapp. Lehrer stellen ihre individuellen teilweise sehr eigenen Verfahren vor. Dabei liegen doch bereits seit geraumer Zeit sehr durchdachte und seit Jahren erprobte Methoden zur Leistungsmessung in Publikationen vor. Nur die wenigsten scheinen sie zu kennen. Woran liegt das?

Ich wünsche mir Fachtage mehr wie Klausurtagungen, wo Arbeitsgruppen fundiert vorbereitet sind, die Teilnehmer vorab zu lesendes Material lesen müssen, sonst ist ja keine konstruktive Teilnahme an der Gruppe möglich. Und alles auf dem aktuellsten Stand. Das wünsche ich mir.

Rezension zum Kursbuch Impro-Theater

Im Heft 15/ 2013 der Zeitschrift „Schultheater“
ist eine Rezension
zum Kursbuch Impro-Theater erschienen.

Dirk Benker spart nicht mit Lob für das zweite Kursbuch und schreibt richtigerweise, dass das Kursbuch Impro-Theater gedacht ist als „Arbeitsbuch für Schülerinnen und Schüler, die sich mit Hilfe des Werkes selbstständig Grundlagen des Improvisationstheaters“ erarbeiten wollen.

Etwas verwunderlich deshalb sein „Fazit: Das Arbeitsbuch Impro-Theater ebnet Neulingen den Weg zu ersten Impro-Show und gibt ihnen ein solides Rüstzeug an die Hand. Neuralgische Punkte des Improvisierens werden dabei aber zu sehr vernachlässigt, so dass erfahrene Impro-Spieler durch das Kursbuch kaum neue Impulse bekommen dürften.“
Richtig: Es ist nicht für erfahrene Impro-Spieler geschrieben worden.

Zu den Punkten, die Benker weiterhin Kopfschmerzen bereiten, zählt er, dass die Arbeit mit Status zu kurz käme, und dass das Kursbuch die Nutzung dieses entscheidenden Potenzials ungenutzt lasse.

Ich halte auch die Arbeit mit Status für einen sehr wichtigen Bereich bei der Theaterarbeit. Deshalb gibt es im Kursbuch Impro-Theater ein Modul, das sich acht Seiten lang ausschließlich mit Status beschäftigt. Im gesamten Buch wird an über 100 (!) verschiedenen Stellen in den verschiedenen Zusammenhängen auf Status und seine Wichtigkeit verwiesen.

Warum ist Dirk Benker der exponierte Status des Themas „Status“ nicht aufgefallen?

Wer die Rezension ganz lesen möchte findet sie hier.

List im LIS

Fortbildung von Volker List

10. Mai 2014 – 10:00-17:00 Uhr
im 
Landesinstitut für Schule (LIS) in Bremen

Darstellendes Spiel – die Kunst Theater zu unterrichten
Zum theatralen Bildungskonzept mit den Kursbüchern Darstellendes Spiel

Die Fortbildung erläutert die Arbeit mit den Schülerarbeitsbüchern und regt die praktische und theoretische Auseinandersetzung an.

Theatermethoden in gesellschaftskundlichen Fächern

Dekonstruiert  rekonstruiert
oder
Zerhackt – zusammengesetzt
Gesetzestexte erschließen mit Techniken und Methoden des postdramatischen Theaters bzw. mit performativen Formen.

Auf dem Boden sind in einem markierten Viereck einzelne Zettel mit den ersten fünf Artikeln des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland verteilt. Die Teilnehmer werden aufgefordert durch den (Gesetzes-)Raum zu gehen und die Zettel zu betrachten und zu lesen. Dazu erklingt Musik. Sobald die Musik stoppt, heben alle Teilnehmer einen Zettel auf und lesen den Text still für sich. Eine Person liest laut ihren Text vor. Mehrmalige Wiederholung, sodass am Ende nahezu alle Textschnipsel vorgelesen sind und alle den gesamten Text einmal gehört haben.

Anschließend sortiert die Gruppe die Textabschnitte an einer Pinnwand in die richtige Reihenfolge. Der Text wird danach in der richtigen Reihenfolge von den Teilnehmern laut vorgelesen, indem sie sich in einer Linie aufstellen.

Diese Technik lässt sich mit vielen verschiedenen Texten durchführen und führt bei den Gruppenmitgliedern zu intensivem Austausch und Durchdringung der Texte mit hoher Intensität wie das bei isoliertem (stillen) Lesen selten der Fall ist.

In der (geschützten) Gruppe ist es leichter für die Schüler, sich untereinander Verständnisfragen zu stellen und sich gegenseitig zu helfen, den Sinnkontext und die Zusammenhänge zu erschließen und zu begreifen. Die Präsentation in der Gruppe wiederholt (lernt) die Inhalte in der richtigen Reihenfolge. Darüber hinaus ist diese chorische Präsentation eine weitere Anregung zur Identifikation mit den erarbeiteten Inhalten, in diesem Fall dem Grundgesetz, der rechtlichen Grundlage unseres Zusammenlebens und möglicherweise eine Hilfestellung bei der Auseinandersetzung mit anderen Formen des Zusammenlebens.

Diese Anregung und eine ganze Reihe anderer Impulse konnten die Teilnehmer des Workshops 3 Alles Theater! während des 3. Fachforums der Curriculums-Werkstatt der KulturSchulen Hessens des Projektbüros Kulturelle Bildung des HKM vom 30.10. – 01.11.2013 in Weilburg auf ihre Tauglichkeit prüfen.

Theaterhandwerk lernen

Ja wie unterrichtet man denn jetzt eigentlich Theater?

Die wirklich hilfreichen Praxis-Beschreibungen und Anwendungshilfen sind rar. In neusten Fachpublikationen findet man vielerlei berechtigte Fragen, wie denn nun die Themen auf die Spielfläche kommen sollen und welche Formensprache benutzt werden soll. Es wird gefragt, wer was, wen und wie inszeniert.
Als Antwort und schlüssige Arbeitsweise liest man u.a., dass man Inszenierungen aus Improvisationen entwickeln soll. – Schonmal gut. – Die sollen dann genau angeschaut, darüber nachgedacht und wiederholt werden, aber nach anderen Spielregeln. – Auch ok. Aber welche Regeln?
Anschließend sollen sie geübt und verdichtet werden. – Guter Hinweis.
Aber wie geht das denn nun genau?
An anderer Stelle schreibt ein Spielleiter, dass er Bewegungen zerlegen lässt und Spielprinzipien herausfiltert.
Wie er das macht? Indem er viel übertreiben lässt.
An wieder anderer Stelle hatte ich die Hoffnung, die in der Überschrift gestellte Frage „Wie Theater machen“ würde beantwortet. Statt dessen erhalte ich sprachlich redundant aufgeblasenes Allerweltswissen als Antwort, ich als Theaterlehrer soll den Dialog mit meinem Ensemble in aller Klarheit und Deutlichkeit führen. Ich soll über ein Repertoire von Verfahrensweisen verfügen, die je nach Situation bewusst ausgewählt und angepasst werden. – Ja klar. Was denn sonst? Man nennt das: für seinen Job ausgebildet sein.

Leider reiht sich in der Fachliteratur Aufsätzchen an Aufsätzchen dieser Art, Jahr für Jahr. Ich entdecke leider nur wenig wirklich Hilfreiches dabei. Hilfreich im Sinne, dass mir als Theaterlehrer gezeigt wird, wie ich denn nun praktisch vorgehen kann, um meine Ziele zu erreichen. Und leider berichten mir auch viele ausgebildete Theaterlehrer und Theaterpädagogen von ihren Problemen, dass sie eigentlich gar nicht ausreichend gelernt hätten, wie sie denn nun in der Schule Theater unterrichten sollen.

Ich war lange unzufrieden mit meinem eigenen Unterricht, den ich anfangs u.a. aus auf Festivals zusammengeklauten Fragmenten, Spontanideen und resignierten „Na dann macht mal!“-Seufzern zu Schülervorschlägen zusammenstoppelte. Immer mal wieder erwischte ich mich in der Regisseurs-Pose (vgl. den Aufsatz von Ines Habich: Theaterpädagogen – Theatermacher 2. Klasse …? In: Spiel & Theater Heft 192, Oktober 2013, S. 27) mit der Attitüde desjenigen mit dem großen Wissensvorsprung, der über die Kenntnisse der geheimen undurchschaubaren theatralen Wirkungskunst verfügt. Halt Herrschaftswissen. Aber immer dringlicher stellte sich mir die Frage, was ich an meinem Unterricht ändern muss, damit für die Schüler ein maximaler Lernerfolg möglich wird. Damit sie das System und die Kunst Theater durchschauen, verstehen und selbst als Kulturtechnik in ihr Leben integrieren können. –
Das ist mein Antrieb für die Kursbücher gewesen.
Und den ewigen Missverstehern nochmal ins Stammbuch geschrieben: Nein, ich will nicht, dass alles von den Schülern selbst kommt. Das ist doch Blödsinn. Ich will, dass die Schüler am Ende des Lernprozesses möglichst vieles selbst können. Das ist unser Bildungsauftrag: Hinführen zur Selbstständigkeit. Und dazu müssen wir als Lehrer engagierte, inspirierte/ inspirierende, kompetente, begeisternde, einfühlsame, teamfähige Vorbilder sein, die entsprechende Impulse und häufiges Feedback geben, Angebote machen, begleiten, betreuen, fördern … Aber das ist doch alles schon tausend mal gesagt worden.
Es gilt noch immer. Mehr denn je.

Und hier ist mein neuster Beitrag für uns Theaterlehrer, wie wir guten Theaterunterricht machen können … und noch ein paar weitere interessante und hilfreiche Praxisbeschreibungen.

 

List, Volker: Theaterhandwerk lernen – Kompositionsmethoden.

In: Spiel & Theater, Heft 192, Weinheim Oktober 2013.
Deutscher Theaterverlag Weinheim